Über Doris

Buddhistische Achtsamkeit

Vor über 35 Jahren saß ich das erste Mal auf einem Meditationskissen. Vor mehr als 20 Jahren habe ich meine Leidenschaft zum Beruf gemacht. Seitdem gebe ich mein Wissen und meine Erfahrungen in Achtsamkeitstrainer-Ausbildungen weiter. Mit meinen Online-Angeboten begleite ich dich dabei, Achtsamkeit von zu Hause aus zu lernen und zu praktizieren – eine wertvolle Zeit nur für dich.

  • Achtsamkeitslehrerin MBSR-Lehrerin (Center for Mindfulness, University of Massachusetts, USA)
  • Buddhistische Praxis (Zen/Vipassana/Achtsamkeit) seit 1985
  • Ausbildungen, Retreats und fortlaufende Weiterbildungen in Achtsamkeit und buddhistischer Lehre und Praxis bei Jon Kabat-Zinn, Saki Santorelli, Florence Meleo-Meyer, Melissa Blacker, Christiane Wolf, Bob Stahl (Center for Mindfulness, USA), John Peacock (Oxford Mindfulness-Center, GB), Akincano Weber, Stephen Batchelor (Bodhi College, GB).
  • Qigong-Studium, Carl-von-Ossietzky-Universität, Oldenburg
  • Autorin mehrerer Sachbücher über Stress und Stressbewältigung
Achtsamkeit Doris Kirch

– 8 Fragen an Doris –

Wie bist du zur Meditation gekommen?

Genau genommen ist sie eigentlich zu mir gekommen.

Bist du Buddhistin?

Ich folge dem Weg des Buddha, seit über 35 Jahren – so gut ich es vermag. Und ich habe in Gegenwart des Dalai Lama Zuflucht zum Buddhismus genommen und seinen Segen er-halten. Weshalb ich mich trotzdem nicht als „Buddhistin“ bezeichne, hat etwas mit Polarisierung zu tun. Sobald ich mich zu etwas als dazugehörig deklariere, schaffe ich ein „Wir-hier-Drinnen“, das sich gegen ein „Ihr-da-Draußen“ (die anderen) abgrenzt. Mein Geist ist ungebunden und frei – er ist alles und in allem und von nichts getrennt. Deshalb gibt es keine Grundlage dafür zu sagen, ich bin dieses oder jenes.

Was ist dein Lieblingsessen?

Ein ausgesprochenes Lieblingsessen habe ich eigentlich nicht. Ich mag gerne vegetarische und vegane Küche und ich liebe die Küche verschiedener Länder, allem voran indonesisch, indisch/ayurvedisch, marokkanisch und italienisch.

Welches Buch liest du gerade?

Ich lese gerade „Die Essenz des Buddha-Abhidhamma“ von Mehm Tin Mon. „Lesen“ ist hier wohl nicht der richtige Ausdruck. Darlegungen über die Grundlagen der buddhistischen Theravada-Tradition lassen sich nicht einfach „wegschwarten“ – es ist eher ein Er-arbeiten. Bellestristik lese ich schon lange nicht mehr. Es gibt so viele wundervolle Dinge über das Leben zu lernen. Ich mag es, das Leben in seiner Tiefe zu ergründen.

Bist du immer achtsam?

Das Wort „immer“ finde ich fragwürdig. ;o) Ich befinde mich oft im Zustand des achtsamen Gewahrseins. Er kommt mir bisweilen abhanden, wenn zu viel in kurzer Zeit auf mich einstürzt. Dann falle ich schon mal in reaktive Verhaltensweisen zurück. Aber nur für einen kurzen Moment, denn wenn ich bemerke, dass ich „die Besinnung verliere“, ist das ein Signal für mich, zu stoppen, innezuhalten und mich innerlich wieder neu auszurichten.

Welche Menschen motivieren dich auf deinem Weg?

Wenn die Frage in die Richtung geht, ob ich Vorbilder habe, dann muss ich sie verneinen. Ich bin mir selbst Maß und Meister. Wenn ich abends im Bett liege, lege ich Rechenschaft über das ab, was ich am Tag getan und gelassen habe. In diesen stillen Momenten mache ich mir bewusst, wo ich als der Mensch gehandelt habe, der ich sein möchte – und wo nicht. Und dann freue mich oder ich lerne daraus, je nachdem. Motivation ziehe ich aus meinem Tun als solches, weil ich liebe, was ich tue; es ist nicht an Personen gebunden.

Was ist das Wichtigste, das du von deinem Vater gelernt hast?

Zwischen meinem Vater und mir herrschte leider kein schönes Verhältnis. Er ist an Krebs gestorben, bevor ich die Reife hatte, die Dinge zum Besseren zu wenden. Trotz dieses Umstands habe ich einige Dinge von ihm mitgenommen. Mein Vater war kultiviert und belesen. Je älter ich werde, desto mehr merke ich auf eine angenehme Weise, wie sehr mich das geprägt hat. Was ich von meinem Vater lernte, bezog sich insgesamt weniger auf Worte, sondern eher auf das, was er tat. Ich habe von ihm viel über Hilfsbereitschaft und Großzügigkeit gelernt, denn er hat nie jemandem seine Hilfe verwehrt, der ihn darum bat.

Was ist deine Vision von Achtsamkeit für die Zukunft?

Ich habe einen Traum: Ich wünsche mir eine bessere Welt und ich bin zutiefst überzeugt davon, dass die Achtsamkeitspraxis mit all ihren Facetten einen wesentlichen Beitrag dazu leisten kann. Ich stelle mir vor, dass Achtsamkeit in Kindergärten vermittelt und an Schulen gelehrt wird – von Anfang an. Es sollte natürlich sein, sich mitfühlende Gedanken um sich selbst, andere und die Welt drumherum zu machen. Ich wünsche mir, dass unsere Spezies endlich lernt, ihr Gehirn zu benutzen, anstatt sich vom Strom unbewusster triebgesteuerter Impulse durchs Leben treiben zu lassen. Ich träume von einem neuen Menschen, dessen Denken, Fühlen und Handeln von Weisheit und Mitgefühl bestimmt wird. Die Praxis der Achtsamkeit hat das Potenzial, diesen Menschen hervorzubringen.